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Trübe Branchenaussichten für Apotheken

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Deutschlands Apothekerinnen und Apotheker schauen immer pessimistischer in die Zukunft. Acht von zehn Befragten gehen davon aus, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Branche in den nächsten zwei bis drei Jahren negativ sein wird, wie der Branchenverband ABDA vermeldet.

Als eines der größten Ärgernisse im Berufsalltag bezeichnen 91,2 Prozent der selbständigen Apothekerinnen und Apotheker mittlerweile Lieferengpässe bei Medikamenten. Dies geht aus dem Apothekenklima-Index 2019 hervor, einer repräsentativen Meinungsumfrage im Auftrag der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Der Index befragt seit 2016 regelmäßig 500 Apotheken.

Zehn Prozent der Arbeitszeit vertan

Sechs von zehn Befragten gaben zuletzt an, dass sie und ihre Beschäftigten mittlerweile mehr als zehn Prozent ihrer Arbeitszeit dafür aufwendeten, um bei Lieferengpässen gemeinsam mit Ärzten, Großhändlern und Patienten nach Versorgungslösungen zu suchen.

Diese Zahl ließe sich mit Verordnungszahlen des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts empirisch untermauern, wie der Verband betont. Demnach hat sich die Anzahl der Rabattarzneimittel, die aufgrund eines Lieferengpasses ausgetauscht werden mussten, bei gesetzlich krankenversicherten Patienten von 5,0 Millionen Packungen im Jahr 2016 auf 9,3 Millionen Stück im Jahr 2018 fast verdoppelt. Betroffen ist jedes 50. Rabattarzneimittel.

Der Verband mahnte daher dringend verbesserte Rahmenbedingungen durch die Politik an.

(ABDA/ STB Web)

Artikel vom 30.09.2019